ZILTENDORF gestern & heute
Ortschronik der Gemeinde Ziltendorf
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Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz, Band 2
Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz, Band 2

♦ Die früheste Ortsnamenserwähnung Ziltendorfs vom 4. Juni 1316 lautet auf Tzultendorp, was erstmals Erwähnung findet im Urkundenbuch N°21 des Klosters Neuzelle. Der einst für die Ersterwähnung angenommene Name Tzuluttendorph findet sich erst im Urkundenbuch N°22. Diese Angaben basieren auf dem Buch “Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz, Band 2” in einer Veröffentlichung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs aus dem Jahr 2011 und berichtigen die bis dahin allgemein geltenden Angaben von Dr. Klaus-Dieter Gansleweit, welcher sich auf das  „Urkundenbuch des Klosters Neuzelle und seiner Besitzungen“ herausgegeben von E.Theuner, Lübben 1897 bezieht.
Die erstmalige Ortsnamensgebung lässt zusammenhänglich auf den  1397 urkundlich erwähnten Besitzer Ziltendorfs Hans von Czultendorff * schließen, was sich auch noch in den verbürgten Ortsnamen Zultendorff (später auch Zültendorf ) aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wiederspiegelt. Historische Literatur aus dem Mittelalter belegt ebenfalls Ortsnamen wie Czultendorf oder auch Czulkendorf.

Buchcover* Die älteste Überlieferung eines Briefes von Hans von Czultendorff (an das Kloster Neuzelle ?) Seite 744findet man übrigens abgedruckt im Buch “Sammlungen zum Dorf- und Bauren-Rechte” von Johann Gottlob Klinger in Leipzig aus dem Jahr 1750 auf Seite 744

(Quelle: Google Books)

 

♦ Bereits im Zeitraum vom 7. bis 10. Jahrhundert war unsere Region besiedelt. Davon zeugt u.a. der altslawische Burgwall “Grodisch”, dessen Überreste man heute noch in der Nähe unseres Ortes findet.

♦ Ziltendorf gehörte einst zu Sachsen, bis es durch Gebietsabtretungen, in Folge des Wiener Kongresses im Jahre 1815, zu Preußen fiel.
Anlass war die Niederlage von Napoléon Bonaparte, der zuvor die politische Landkarte des Kontinentes erheblich verändert hatte.
So verlief bis dato die nördlichste Grenzlinie zu Preußen zwischen Krebsjauche (dem heutigen Wiesenau) und Brieskow, entlang der Schlaube.

♦ Viele Verfälschungen der ursprünglichen Ortsnamen begründen sich auf fehlerhafte Überlieferungen, welche in den früheren Jahrhunderten daraus resultierten, dass nur wenige Bürger des Schreibens und Lesens kundig waren und zudem auch der Eine des Anderen Handschrift dann nur teils fehlerhaft deuten konnte.
Ein Beispiel dafür wäre Krebsjauche (das 1921 in Wiesenau umbenannt wurde) auf dessen ehemaligen Ortsname diverse Sagen beruhen, welche jedoch wohl mehr in die Märchenwelt gehören, da der Ort bis in das 18. Jahrhundert in diversen historischen Dokumenten unter den Namen Krebslauche bzw. Krebsgauche Erwähnung findet, wobei Krebslauche wohl in Ableitung des Wortteils lauche (was im altdeutschen soviel wie „Bach“, „ Tümpel“, o.ä. bedeutete) am wahrscheinlichsten gelten darf.

♦ Das Mühlenfließ (bei uns schlicht als “Fließ” bekannt) vereint sich in der Nähe des “Forsthaus Schierenberg” aus den Quellen des Kuthfließ, Stege-Fließ und Schwarzacker-Fließ, welche von dort unweit in den Fuchsbergen entspringen.
Es legt einen Weg von ca. 11 km, u.a. durch den Großen und Kleinen Pohlitzer See zurück, bevor es bei Ziltendorf in den Pottack mündet.
Namensgebend waren wasserbetriebene, zumeist Kornmühlen entlang seines Stromes.
Von der Quelle her gesehen waren dies:

  • Fünfeichener Mühle (heute “Forsthaus Schierenberg”)
  • Pohlitzer Scheidemühl (oder auch Rau Mühle)
  • Pohlitzer Mühle
  • Pulver Mühle (an der Mündung des Fließ in den Großen Pohlitzer See)
  • Ziltendorfer Mühle

♦ Im Zuge des Ausbaus der Teilstrecke des früheren Friedrich-Wilhelm-Kanal (heute Oder-Spree-Kanal) im Jahre 1891 von Müllrose nach Fürstenberg, wurde das Fließ unter dem Kanal, auf seinem Weg vom Kleinen Pohlitzer See nach Ziltendorf, hindurchgeführt.

♦ Bis vor ca. 250 Jahren gab es neben dem Großen und Kleinen Pohlitzer See noch einen dritten See – den Hossbutt (o.a. Rosbat). Dieser, von der Fläche her etwas kleiner als der Kleine Pohlitzer See, befand sich im heutigen Gebiet von Wasserwerk / Flugplatz Pohlitz. Gespeist wurde dieser durch das Pohlitzer Dorffließ welches südwestlich des Ortes entspringt.

♦ Die größte zu Ziltendorf zugehörige Ansiedlung in der Wiesenaue (früherer Name der heutigen Ziltendorfer Niederung) war bis ca. Mitte des 19. Jahrhunderts nach dem Vorwerk (später Gut und heutige E.-Thälmann-Siedlung) der Schulzen Hof, welcher sich etwa 100m gegenüber der Abfahrt nach E.-Thälmann-Siedlung (von der Oderstraße) befand.
Später entstand, ca. 1 km weiter in Richtung Aurith, ein größerer Hof „In der Aue“, die spätere „Ziltendorfer Loose“ auch bekannt unter dem Namen “Kreisgut”.

♦ Die einstiegen „Vorwerke“ zu Ziltendorf und Aurith wurden anfangs des 20. Jahrhunderts zu Gütern, welche nach 1949 enteignet wurden. Dominierend waren so im „Gut Ziltendorf“ die Gustvilla bzw. im „Gut Aurith“ (unserem heutigen Aurith) das Schloß, welches sich bis zur Zerstörung 1945 am diesseitigen Oderdamm befand.

♦ Etwa bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts beherbergte der breite Strom der Oder zahlreiche Inseln.
Die größte einer dieser in der Nähe von Aurith war der „Zernebuse Werder“. Mit der Begradigung der Oder, dem damit verbundenen Anlegen von Buhnen und der daraus resultierenden höheren Fließgeschwindigkeit der Oder, verschwanden diese im Laufe der Jahrzehnte vollständig.

♦ Bis zum entstehen der ersten Eisenbahnstrecke der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn Anfang der 1840er Jahre war die Hauptverkehrsverbindung die Poststraße, welche von Frankfurt, über Lossow, Finkenheerd, Wiesenau, entlang der Pohlitzer Seen, vorbei an Schönfließ, über Lawitz, usw. nach Guben führte. Die einzigen, auch schon vom Namen her, erhaltenen Teile dieser Verbindung in unserer näheren Umgebung stellen die nach ihr benannte „Alte Poststraße“ in Wiesenau und Eisenhüttenstadt dar.

♦ Die Brücke über den Oder-Spree-Kanal (Bundesstraße 112) hatte an selbiger Stelle einen Vorläufer, bis diese im April 1945 durch die sich zurückziehenden deutschen Truppen gesprengt wurde. Bis zum Neubau im Jahr 1967 bestand eine Fährverbindung, durch eine Personen- und später auch eine Kraftfahrzeugfähre, über den Kanal nach Pohlitz.
Das alte Fährhäuschen mit seinem Anlegesteg diente noch bis in die 80er Jahre vereinzelt als Anlegestelle für Schiffe der “Weißen Flotte” Eisenhüttenstadt’s, so dem “Brummel”, einem Ausflugsdampfer welcher regelmäßig die Strecke nach Müllrose befuhr.

♦ Die einstige, 1702 im barocken Fachwerkstil erbaute, Dorfkirche fiel im Frühjahr 1945 Artelleriefeuer der Roten Armee zum Opfer. Das bis dahin vor der Kirche befindliche Kriegerdenkmal wurde nach dem 2. Weltkrieg auf den Friedhof umgesetzt, wo es heute als Wahrzeichen für die dort befindliche Kriegsgräberstätte steht. Der Neubau einer Kirche begann erst 50 Jahre nach der Zerstörung der alten Kirche an selbiger Stelle.

♦ Das Wappen Ziltendorfs wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet und am 18. Mai 1998 genehmigt. Bis dato nannte unser Ort, wie auch andere ländliche Siedlungen unserer Region, kein Wappen sein Eigen. 2017 wurde eine Verwendung des Wappens, ohne persönliche Zustimmung des Amtsdirektors, untersagt.

Bürgermeister in der Gemeinde Ziltendorf -nach dem 8. Mai 1945

 

Wilhelm Schütz  bis 16.07.1945  
Max Schubel  ab 17.07.45 evtl. bis Herbst 1945 Beleg vom 16.07.45
Willy Große ab Herbst 1945 Beleg vom 28.11.45
Heinrich Lehmann ab Anfang 1946 bis Ende 1946 Beleg vom 16.04.46
Paul Miecke ab Anfang 1947  
… Schotteck ab Juni / Juli 1947 bis Februar 1948  
Walter Deska ab Februar 1948 bis 1952  
Frau Krause bis zum verlassen der DDR Ende 1953  
Hans Jürgen Russow ab 1953 bis 1959  
Gustav Nickel  ab 1959 bis …  
Walter Nickel ab … bis 1985  
Norbert Loges ab 1985 bis 1990  
Günter Lehmann  ab 1990 bis 1993  
Frank-Rainer Vierling ab 1993 bis 31.12.2010  
Danny Langhagel ab 18.11.2011 bis 31.07.2021  
Günter Fest ab 01.08.2021 bis 31.08.2021 kommissarisch
Heiko Hillebrand ab 01.09.2021  

Pfarrer in Ziltendorf 

1571 – 1618 Georg Choriphilus  
1618 – 1630 Georg Schellfisch  
1630 – 1645 Johann Thilenius  
1645 – 1651 vakant (unbesetzt)  
1651 – 1654 Jakob Mollerus  
1655 – 1660 Christian Olarius  
1660 – 1674 Christian Roscher  
1675 Peter Perschnitz  
1676 – 1690 Peter Jänichen  
1690 – 1717 Michael Lerche  
1717 – 1718 Christian Schilling  
1718 – 1759 Johann Dennert  
1759 – 1769 Christian Heinrich  
1769 – 1792 Samuel Petzold  
1792 – 1828 Samuel Mehlisch  
1828 – 1839 August Böttger  
1839 – 1849 Friedrich Hache  
1850 – 1855 Friedrich Arnold Dewald Reinhardt  
1856 – 1879 Karl Bünger  
1880 – 1881 Karl Stappenbeck  
1882 – 1883 Heinrich Bittner  
1883 – 1896 Theophil de le Roi  
1897 – 1902 Wilhelm Steinbrecht  
1902 – 1935 Adolf Böttcher  
1935 – 1938 Carl Schönfeld  
1938 – 1950 Wolf Schultz-Ehrenburg  
1950 – 1953 Helmut Lange  
1953 – 1961 Max Verleih  
1961 – 1968 Friedrich Herrbruck  
1968 Gert Wernick  
1968 – 1974 Carin Brunner  
1974 – 1984 Michael Gruhl  
1984 – 1987 Christoph Kurz (Vakanz-Vertretung)
1987 – 1989 Ludolf Parisius  
1989 – 1999 Martin Thiele  
1999 – 2000 Jürgen Rohde (Vakanz-Vertretung)
2000 – 2008 Christiane Mantschew  
2008 – 2009 Hans-Michael Hanert (Vakanz-Vertretung)
2009 – 2011 Nicole Landmann  
2011 Anja Buchmüller-Brand (Vakanz-Vertretung)
2011 – 2013 Beatrix Forck (Vakanz-Vertretung)
seit 01.10.2013 Mathias Wohlfahrt  

 

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