Ortschronik der Gemeinde Ziltendorf

Der 165-Euro Job

Ergeht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie etwas lesen und müssen es dann noch ein, zwei Mal lesen, denn Sie sind der Meinung sie hätten sich verlesen?

So ging es mir gestern als ich mal wieder die Aushänge im Schaukasten neben unserem Bürgerhaus mir durchlas.

Dort bietet man eine sogenannte „unbefristete geringfügige Beschäftigung“ mit einer monatlichen Vergütung in Höhe von 165 Euro, als Hilfskraft für die Grundschule Ziltendorf an.

Mir war bis dato noch gar nicht bekannt, dass es in einer Zeit wo man Mindestlöhne als eine großartige Errungenschaft preist, Angebote unterhalb des allgemein bekannten 400-Jobs überhaupt gibt. Also machte ich mich im Internet kundig und erfuhr, dass diese 165 Euro-Jobs in erster Linie für ALG-1-Empfänger geschaffen wurden, welche sich maximal, monatlich 165 Euro dazu verdienen dürfen, ohne dass die Leistungen gekürzt werden. Wohlgemerkt ALG-1-Empfänger, ALG-2-Empfänger dürfen nur 100 Euro im Monat dazu verdienen.

Wer sich nun mal die Anforderungen für diesen Job durchliest, wird wohl mehr der Annahme sein hier hätte man sich verschrieben. Alleine schon die Kosten für eine Bewerbung, sowie ein Führungs- und Gesundheitszeugnis werden einen beträchtlichen Anteil der ersten „Vergütung“ beanspruchen.

Billiger geht es wohl kaum noch bei der Beschaffung von Arbeitskräften (oder sollte man hier doch wohl eher schon von „Arbeits-Sklaven“ sprechen?).

Man begründet ja so etwas von Amtswegen dann immer gerne damit, dass die Finanzkasse der Gemeinde nicht mehr hergäbe und man sparen müsse und, und, und. Dies könnte man fast glauben, würden nicht an anderen Stellen Gelder mit beiden Händen herausgeworfen.

So hatte man nun zum Beispiel finanzielle Mittel für die 700-Jahr-Feier unseres Dorfes bewilligt, wobei unter anderem 2.000 Euro für das Aufstellen von zwei Werbe-Planen an den Ortseingängen veranschlagt wurden. Dies wäre jedoch locker mit einem Viertel der Summe zu realisieren gewesen, wenn man Aufträge dazu öffentlich ausgeschrieben hätte und Preise verglichen hätte.

Ja wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre. Es sollte eigentlich davon ausgegangen werden, dass solche Aufträge an Anbieter vergeben werden, welche zum einen kostengünstig und zum anderen eventuell auch gar ortsansässig sind, aber hierbei bedient man sich lieber altbewährter Seilschaften, wo man doch mal dem einen oder anderen ein paar Steuergelder des kleinen Bürgers über den Maßen kann zukommen lassen.[gview file=“http://chronik.ziltendorf.com/wp-content/uploads/2016/03/aushang.pdf“ height=“400px“ width=“300px“ save=“0″]

Beitrag: _webmaster

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