Ortschronik der Gemeinde Ziltendorf

Wer die Vergangenheit nicht ehrt…

FW-DenkmalVor wenigen Wochen erreichte mich eine E-Mail des Förderverein Schlaubemündung-Odertal e.V. in welcher man mich zur Teilnahme am Foto-Kunstwettbewerb zum Friedrich-Wilhelm-Kanal einlud. Dagegen gäbe es an sich nichts einzuwenden, jedoch ist dieser Wettbewerb verknüpft mit dem Tag des offenen Denkmals am 8. September 2013, welcher unter dem Motto steht „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale“. Ja was soll denn das so fragte ich mich, wer ist nur auf solch ein Motto gekommen? Der Friedrich-Wilhelm-Kanal, ein Meisterwerk deutscher Baukunst aus dem 17. Jahrhundert , heute ein unschönes und unbequemes Denkmal? Das kann’s doch wohl nicht sein und was sollte man dazu fotografieren – die marodesten Winkel des Kanals oder…? Wer hierin nun ein „unbequemes Denkmal“ sieht hat wohl entweder den falschen Blickwinkel oder vergessen vor seiner Haustür den Müll zu entsorgen.

Schule in den 60'ernDieser Tage kann man im Schaukasten am Bürgerhaus einen Aufruf der Schulleiterin lesen, in welchem zur Namensgebung unserer Grundschule aufgerufen wird. Na Moment mal bitte, trug denn nicht unsere Schule von 1969 bis zu Beginn der 90’er Jahre der Ehrennamen „Tamara Bunke“? Wie auch die Schule unseres Ortes trugen ca. 200 Schulen in der DDR ihren Namen und mit der sogenannten Wende wollte man sich dann auch von allem abwenden was mit der DDR in Verbindung stand. Warum aber muss Geschichte aus den Geschichtsbüchern gestrichen werden, nur weil sie für die neuen politischen Verhältnisse unbequem geworden ist und weil Unwissenheit einfacher ist als sich mit diesen Themen auseinander zu setzen? Sicherlich könnten die Schulkinder auch heute noch etwas lernen indem sie sich mit der Geschichte von Tamara Bunke aufs Neue auseinandersetzen, aber es ist ja so viel „pflegeleichter“ eine Namensgebung, wie z.B. in Groß Lindow geschehen, in „Lindenbäumchen“ o.ä. vorzunehmen was wohl eher für einen Kindergarten angemessen wäre, aber nicht für eine Schule in welcher man  unsere Nachkommen etwas fürs zukünftige Leben lehren will.

Man sollte sich doch mal in diesen Zusammenhängen den Ausspruch des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser zu Gemüte führen, welcher da sagte:

„Wer die Vergangenheit nicht ehrt, verliert die Zukunft. Wer seine Wurzeln vernichtet, kann nicht wachsen.“

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