Ortschronik der Gemeinde Ziltendorf

Montagne de la bêtise

Mit jener im Französischen wohlklingenden Bezeichnung, welche auf Deutsch einfach nur „Berg der Dummheit“ heißt, könnte man die etlichen Kubikmeter Erde bezeichnen welche jüngst zur Absperrung der Milchbahn aufgeschüttet wurden. Nachdem zur Haupterntezeit die Betonplatten und ein kleinerer Sandhaufen entfernt wurden, wurde nahezu zeitglich zum traurigen, 2-jährigen Jubiläum der erstmaligen Sperrung dieser Ortsstraße, welche die Ernst-Thälmann-Siedlung an die Bundesstraße 112 anbindet damit bekundet, dass wohl auch in naher Zukunft mit einer Reparaturmaßnahme der Straße nicht zu rechnen ist.

 

Auf Grund einer Unterhöhlung der Fahrbahn durch Biber wurde die Ortsstraße, welche 1997 mit Fördermitteln rekonstruiert wurde, im betroffenen Abschnitt voll gesperrt und ist seitdem dem Verfall preisgegeben. (siehe auch Artikel vom 25.August 2010)

So mancher Einwohner wird sich nun fragen warum sich an dem betroffenen, knapp 10 Meter langen Abschnitt, nichts tut zumal der finanzielle Aufwand dafür überschaubar wäre. Selbst ein langfristiger Schutz gegen Schäden durch Biber würde sich mit geringstem Aufwand realisieren lassen, wofür dem Bauamt auch ein Vorschlag vorliegt. Auch wenn in absehbarer Zeit dafür keine Gelder zur Verfügung stünden, so wäre wohl eine Sperrung des beschädigten Straßenabschnittes mittels Poller für Kraftfahrzeuge und eine damit gegebene Befahrbarkeit für Radfahrer wohl entschieden sinnvoller gewesen.

Nun ist jedoch die Straße etwas weit entfernt von der Amtsgemeindeverwaltung, sowohl in geografischer Hinsicht als auch im Interesse, denn dort hat man bei den geplanten 341.000 Euro für Investitionen im Haushaltsjahr 2012 vorrangig einen Lift und neue Computer für Amtsgemeindeverwaltung im Auge.

Dass die finanziellen Mittel für den Straßenbau und deren Instandhaltung nur in begrenzten Umfang jährlich zur Verfügung stehen ist allgemein bekannt, zumal 2008 die Kreisstraßen 6706 (Wiesenau-Aurith) und 6707 (L 371 – E.-Th.-Siedlung) in Gemeindestraßen herabgestuft wurden und somit die Zuständigkeit auf die Amtsgemeinde herabgefallen ist. Hier kann nur noch mit geringsten Mitteln für die Ausbesserung von Schäden gesorgt werden. Dies zeigte sich als im vergangenen Jahr nach Sturmschäden gut zwei Dutzend Linden auf der Verbindungsstraße von der L 371 nach E.-Thälmann-Siedlung der Säge zum Opfer fielen, da Gelder für einen wie bisher durchgeführten fachgerechten Verschnitt durch den Landesbetrieb für Straßenwesen fehlten. Daran ändern dann auch nichts die an den Bäumen angebrachten Marken, welche wohl eher die Pflege des Baumbestandes in der Amtsgemeinde vortäuschen sollen.

In zukünftiger Hinsicht dürften diese knappen Finanzen für die Infrastruktur unserer Gemeinde auch noch weiter beschnitten werden, da man sich auf sinnlose Prestige-Objekte wie z.B. die geplante Oder-Fähre konzentriert, welche mehr Gelder verschlingen werden als dass es Einnahmen geben wird und so kann man sich schon heute fragen „welche Straße wird als Nächste geopfert?“.

Darüber hinaus  ist ein etwas dürftiges Engagement unseres Bürgermeisters für die Belange der Gemeinde Ziltendorf nicht unbedingt förderlich für den kommunalen Straßenbau.

Sich hauptsächlich auf repräsentative Aufgaben zu beschränken und dabei kommunalpolitisch nur an den guten Willen der Amtsgemeindeverwaltung zu klammern bringt für Ziltendorf selbst nicht viel ein.

Hier ist doch wohl etwas mehr Rückgrat und Lokalpatriotismus gefragt, denn es ruft doch allerhand Unverständnis hervor wenn z.B. Eingaben betreffs Müllansammlungen in der Gemeinde erst zur Amtsgemeindeverwaltung delegiert werden müssen oder eine Haushaltsberatung von Nöten ist um fünf neue Gießkannen für den Friedhof anzuschaffen.

 

Artikel _webmaster ziltendorf.com

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