Ortschronik der Gemeinde Ziltendorf

Eine Gemeinde sagt „ Danke!“

Rückblickend auf den Menschen und die Tätigkeit des langjährigen ehrenamtlichen Bürgermeisters, Frank-Reiner Vierling, trafen sich gestern Vertreter der Gemeinde im Hause Vierling. Frank-Reiner Vierling wurde am 30.11.1956 in Stalinstadt, dem heutigen Eisenhüttenstadt, geboren. Da seine Eltern Otto und Cäcilie bereits in Ziltendorf wohnten, wuchs Frank-Reiner Vierling an seinem späteren Lebensmittelpunkt, Ziltendorf auf, besuchte die dortige Schule und ließ sich mit seiner Familie in einem selbst gebauten Eigenheim nieder.

Nach der Wende bot sich die Möglichkeit, entgegen der uniformen politischen Vergangenheit der DDR, in der Gemeinde Ziltendorf kommunalpolitisch tätig zu werden. Als Mitglied der CDU wirkte er in der Gemeindevertretung mit, und wurde im Jahr 1993 zum ehrenamtlichen Bürgermeister „seiner“ Gemeinde gewählt.

Auf das „Konto“ der Tätigkeit als Bürgermeister gehen viele Errungenschaften, die als Infrastruktur und Außenbild von Ziltendorf sichtbar sind und das Leben in Ziltendorf prägen. Seine aufopferungsvolle, diplomatische und wenn nötig hemdsärmlige Art und sein Ergeiz, angefangenes mit vollem Einsatz zum Ergebnis zu bringen, brachte ihm Anerkennung bei der Mitwirkung der Errichtung des evangelischen Gemeindezentrums, dem Umbau des Kindergartens, dem Erhalt des Jugendklubgebäudes, dem Umbau des „Bürgerhaus“ ein. Auch andere Errungenschaften, wie die Rekonstruktion der Friedhofsmauer, der Neubau der Feuerwehr und viele neugestaltete Straßen erforderten ebenso so manche Überstunde und Extraportion an Kraft.

Besonders viel Kraft und Organisationswille erforderte das Oderhochwasser in 1997. Nicht nur, dass es um die Schadenabwehr und die Mitwirkung aller zu mobilisierenden Kräfte ging, sondern auch die Koordinierung der Nachwirkung war eine besonders schwerwiegende und lange Zeit. Galt es doch Spendenzuführungen und den sinnvollen Einsatz zum Wohle der Gemeinde sicher zu stellen. Dieser Einsatz erhielt mit dem Besuch des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl im Jahr danach eine würdige Rahmung.

Seiner Eigenschaft, Familienmensch zu sein, ging er, so oft wie möglich nach und hatte gern alle Familienmitglieder um sich und sei es das sonntägliche Mittagessen im großen Familienkreis. Auch die Verbundenheit zur Natur kam bei all den bewegenden und fordernden Momenten nicht zu kurz. Es klingt schon selbstverständlich, dass Frank-Reiner Vierling einer der Mitbegründer der Jagdgenossenschaft „Ziltendorf Aue“ wurde und in dieser Jagdgenossenschaft für sein Wirken als Vorsitzender hohe Anerkennung genoss.

Leider wurde Herr Vierling durch seine Erkrankung zu Beginn des Jahres dazu gezwungen, seine Tätigkeit als Bürgermeister nieder zu legen. Da er in all der Zeit des gemeinnützigen Wirkens immer ein offenes Ohr für „Jung und Alt“ hatte, bekam er in dieser schweren Zeit auch viel zurück. Oft kam es vor, dass Besucher lange Zeit in seinem Hause weilten, und Frank-Reiner Vierling, der immer gern in Gesellschaft war, wieder neue Kraft für seinen Kampf mit dem gesundheitlichen Leiden gegeben haben. Aufgeben, das kam für ihn nicht in Frage. Leider war der gesundheitliche Kampf ein Kampf mit ungleichen Waffen.

Wir werden noch oft über die kleinen Geschichten und Erzählungen, die wir mit Frank-Reiner Vierling erlebten, schmunzeln. In Gedanken ist er wohl immer gegenwärtig, darüber sind sich alle einig, die an diesem Abend im Hause „Vierling“ zusammensitzen.

Danny Langhagel, amtierender Bürgermeister

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