Ortschronik der Gemeinde Ziltendorf

Es fährt ein Zug nach Nirgendwo

Im April 2011 war nun auch für unseren Bahnhof „der letzte Zug abgefahren“.

Nach fast 2 Jahrzehnten Leerstand rückte ihm in der ersten Maiwoche
der Abrißbagger auf den Leib und entfernte innerhalb von 4 Tagen mehr als ein Jahrhundert Geschichte unseres Ortes.

Bahnhof um 1920

Bahnhof um 1920

Man erinnert sich noch gern der Zeiten der „Deutschen Reichsbahn“ als man hier, besonders im Winter, zu seiner Fahrkarte auch einen warmen Aufenthaltsraum vorfand.

Eine Fahrt nach Eisenhüttenstadt für 60 Pfennige (heute, umgerechnet 15 Cent) und ein geheizter Warteraum, mag wie ein Märchen klingen, aber das gab’s wirklich – nannte sich DDR!

Fahrkarten gibt’s schon lange nicht mehr und wenn man im Zug nicht schnell genug den Schaffner findet wird man im Zweifelsfall zum Schwarzfahrer.

…und Wärme für einen Aufenthaltsraum – wer sollte die bezahlen?

Der Deutschen Bahn ist doch nicht am Wohl der Reisenden
gelegen, sondern am Profit.

In einer Gesellschaft wo der Mensch erst mit Abstand hinter dem Geld kommt, interessieren die Kunden dem Konzern am allerwenigsten.

Man kann schließlich auch mit dem Auto fahren, was die meisten, auswärts Berufstätigen
auch tun, da es (noch) billiger und bequemer ist .

So hatte eben nun das Bahnhofsgebäude ausgediehnt und ging den gleichen Weg wie schon die alte Mühle vor einem Jahr.

Lebe wohl Bahnhof, wir gedenken Deiner!

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