ZILTENDORF – gestern & heute

Ortschronik der Gemeinde Ziltendorf

Öffentliche Zustellung 1885

Bereits die Summe von 11 Mark und 15 Pfennig sorgte anno 1885 für überregionale Schlagzeilen, wie hier im “Teltower Kreisblatt” vom 19.November.

Teltower Kreisblatt_1885_11_19

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“Volkszählung” im Jahr 1817

Bekanntlich befand sich Ziltendorf von 1406 bis 1817 in Besitz des Stifts Neuzelle. Als Folge des Wiener Kongresses kam die sächsische Niederlausitz zu Preußen und das Neuzeller Kloster der Zisterzienser wurde 1817 durch König Friedrich Wilhelm III. säkularisiert und weltlichen Zwecken zugeführt. Im Rahmen dieser Säkularisation erfolgte eine Bestandserfassung.

1817

Quelle: Neues Lausitzisches Magazin
Herausgegeben von der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Görlitz 1843

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Ziltendorf – Aufmarschgebiet zur Schlacht bei Kunersdorf

In der Oderregion marschierten im Sommer 1759 die Armeen der Russen, Österreicher und Preußen auf. Friedrich II. sammelte seine Truppen in Müllrose. Die Regimenter der verbündeten Russen und Österreicher hatten in diesem Sommer bereits die Oder erreicht. Soldaten des Zaren besetzten Frankfurt (Oder), die Masse des Heeres lagerte aber noch östlich der Oder bei Kunersdorf.

Gideon Ernst Freiherr von Laudon

Gideon Ernst Freiherr von Laudon

Die Österreicher rückten von Süden her an. Vorauskommandos hatten u.a. Müllrose bereits eingenommen. Am 1.8. trafen die österreichischen Truppen unter Gideon Ernst Freiherr von Laudon und Andreas Graf Hadik von Futak in Guben ein, nach nur kurzer Rast zogen Laudons Truppen weiter bis Ziltendorf. Er selbst begab sich zum Oberbefehlshaber des russischen Expeditionskorps, Pjotr Semjonovitsch Graf Saltykov, um erste Gespräche über das weitere gemeinsame Vorgehen zu führen. Laudon und Hadik war es gelungen, ihre Marschroute vor den Preußen geheim zu halten. Keinem der preußischen Korps unter GL Fink, Prinz Heinrich v. Württemberg, Wedel und dem König selbst gelang es, die Kaiserlichen zu stellen.

Andreas Graf Hadik von Futak

Andreas Graf Hadik von Futak

Von Laudon und Hadik war es eine hervorragende taktische Leistung, die auch die Preussen anerkennen mussten. Der siebenjährige Krieg (1756-1763) kam in die entscheidende Phase. Preußen musste sich der Angriffe der verbündeten Österreicher, Russen und Franzosen erwehren; finanzielle Unterstützung erhielt Friedrich von England. Die Briten brauchten Preußen als Verbündeten – u.a. um das Stammland der englischen Könige, nämlich Hannover, vor Frankreich zu schützen.

Die Franzosen waren im Sommer von Westen her weit in Richtung Hannover vorgerückt. Doch eine britisch-preußisch-hannoversche Streitmacht konnte die französische Armee am 1. August 1759 bei Minden vernichtend schlagen.

Das verschaffte auch den Preußen im Oderland etwas Luft. Der König zog seine Truppen aus allen Himmelsrichtungen zusammen. Am 3. August 1759 war er vormittags in Beeskow und eilte mit seinen Regimentern noch an diesem Tage in “grausamen und terriblen” Märschen, wie der König notierte, nach Müllrose. Die Stadt wurde aus der Marschbewegung heraus angegriffen und genommen, die österreichische Besatzung floh über Ziltendorf nach Frankfurt.

In Müllrose sprach sich die Meldung vom Sieg im Westen herum. König Friedrich II. schrieb am 3. August 1759 an Prinz Ferdinand von Braunschweig, den Sieger von Minden: “Ich persönlich befinde mich heute hier in Müllrose, wo die Armee von Wedell in zwei Tagen eintreffen muss, um mich mit ihr zu vereinigen und dann den Vormarsch gegen die Russen zu eröffnen, die Frankfurt eingenommen haben und in der Umgebung der Stadt sind.”

Plan der Schlacht um KunersdorfIn Müllrose schlugen die Preußen ihr Lager auf. Die Lage, die sich für die Preußen ergab, war folgende: Von Osten her war ein russisches Heer in einer Stärke von rund 50 000 Mann unter war Befehl von Pjotr Semjonowitsch Saltykow im Juni und und Juli von Warschau über Posen an die Oder marschiert. Aus dem böhmischen Raum näherte sich die Masse des österreichen Heeres unter Feldmarschall Daun. Ein österreichisches Vorauskommando mit rund 20 000 Mann war bereits bei Kunersdorf zu den Russen gestoßen; aber noch stand der Haupteil des Heeres der Österreicher im Süden.

 

Bericht: _webmaster

 

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